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Obertheres Tauben Heiliger Geist

Wenn wir die jungen Frauen auf dem Bild anschauen, können wir nur ahnen, dass „Carpe diem“ über ihrem Tag stand. Es sieht so aus, als ob sie unbeschwert und voller Freude unterwegs sind. Gemeinsam wandern sie durch Gottes Schöpfung.

Die Ferien- und Urlaubszeit liegt nahe. Mit ihnen machen wir uns auf den Weg zu anderen Orten und neuen Begegnungen, suchen Entspannung oder neue Abenteuer. Jeder folgt auf seine Weise dem „Carpe diem“.

Wörtlich übersetzt bedeutet diese Redewendung „Pflücke den Tag“. Auch wenn wir wissen, dass wir keinen Tag wie eine Blume pflücken können, weil vieles auf uns wartet, was wir nicht in den Händen halten, legt es uns aber eine Haltung nahe, die uns vertrauen lässt, sich jeden Tag im Segen Gottes geborgen zu wissen.

Das gibt uns Kraft und Hoffnung gerade dann, wenn so mancher Tag vielleicht weniger ein „Genießen“ ist, wie „Carpe diem“ in einer anderen Übersetzung ausdrücken will.

Auch in der Umschreibung von „Carpe diem“ mit „Nutze den Tag“ ist die ganze Fülle, die in diesen geflügelten Worten liegt, nicht erschöpft.

Wer „Nutzen“ rein aus wirtschaftlicher Sicht betrachtet, wird von Jesus mit dem Gleichnis vom reichen Mann, dessen Sorge nur um das Vergrößern seiner Scheunen kreist, weil er eine gute Ernte erwartet, auf eine andere Spur gebracht. Nutzen, der nur das eigene Leben, den eigenen Fortschritt und den eigenen Gewinn im Blick hat, greift deutlich zu kurz.

Die Liebe zu sich selbst ist kein Eigenzweck. Sie ist verbunden mit der Liebe zum Nächsten und zu Gott. Aus nur einer dieser drei Säulen alleine kann Leben nicht gelingen.

So verstanden, bezieht „Carpe diem“ dieses dreifache Liebes-gebot vollkommen mit ein. Jeder und jede darf sich fragen, wo und wie sich die Liebe zu Gott, zum Nächsten und zu sich selbst an diesem oder jenen Tag entfalten soll oder erfahren und erlebt, gestaltet und kreativ ausgelebt werden kann. „Carpe diem“ - den Tag im Sinne der Liebe „nutzen“ bzw. der Liebe zu nützen.

Viel Freude beim „Carpe diem“ - zuhause, im Urlaub oder wo auch immer.

Bernd Wagenhäuser

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